Holunder

Holunder, genauer: Schwarzer Holunder, lateinisch: sambucus nigra. Pfälzisch: Holder, Holler oder Holunner.

Blütendolde des Holunders.
Blütendolde des Holunders.

In manchen Orten in der Südpfalz gehört ein Zweig davon in den Palmsonntagsstrauß, in den „Palmwisch“, der von Ort zu Ort, wie auch der Werzwisch, der an Mariä Himmelfahrt geweiht wird, anders zusammengesetzt ist. In den Ästen findet sich ein weiches Mark, welches leicht austrocknet und Hohlräume hinterlässt. Ob darin der Spruch: „Dumm wie Holler“, seine Erklärung findet?

Früher wurden die Sträucher am Haus oder Hof gepflanzt, um die Bewohner zu schützen. Die „guten Geister“ die in ihm wohnen, schützen vor Unheil, aber auch vor Gewitter und Insektenstichen. Ihn umzuhauen war undenkbar, denn das hätte großes Unglück gebracht. Aber auch ohne diese Furcht sollte man das nicht tun, denn seine Früchte und Blüten versprechen großen Genuss!

Will man die dunklen, stark färbenden Beeren zu Gelee oder Saft verarbeiten, muss man sie kochen, weil sie roh leicht giftig sind. Die Blüten sind roh genießbar. Mit ihnen lassen sich knusprige Hollerküchlein backen. Man zieht die ganzen Blütendolden durch einen Pfannkuchenteig und bäckt dann aus.

Holunderblütensirup
Holunderblütensirup

Für den Holunderblütensirup pflückt man die Blütendolden an einem sonnigen Tag und wäscht sie möglichst nicht vor der Weiterverarbeitung. Betörend ist der Duft der Blüten, der im Sirup eingefangen wird. Dafür werden Blütendolden mit Zuckersirup übergossen, so dass sie gut bedeckt sind.

Sirup aus einem Liter Wasser, einem Kilogramm Zucker und 20 Gramm Zitronensäure. Mit Zitronen- oder Orangenscheiben abdecken. Zwei bis drei Tage ziehen lassen, ab und zu umrühren. Danach abseihen. Zur längeren Haltbarkeit einmal kurz aufkochen und dann in Flaschen abfüllen.
In Wasser, Wein oder Sekt eine köstliche Erfrischung!